Schärfere Fotos: 10 Tipps für optimale Stabilität eines Dreibein-Stativs

Ob Nah- oder Langzeit-Nachtaufnahmen, Fotoserien für Panoramabilder, HDR und Focus-Stacking – ein Stativ erweitert die Möglichkeiten der Fotografie beträchtlich. Wenn dann doch manche Aufnahmen Verwacklungs-Unschärfen und Software-Berechnungen für Aufnahmeserien Fehler aufweisen, können die Ursachen auch bei Handhabung des Stativs liegen.

10 Tipps für optimale Stabilität eines Dreibein-Stativs

1 Alle Schrauben am Stativ festziehen

8mm Stecknuss zum Stativ-Klemmschrauben anziehen - Tipps optimale Stabilität Dreibein Stativ für schärfere Fotos

Stecknuss (8mm) zum Justieren der Klemmschrauben am Stativ

Nur feste Verbindungen können einem Stativ zu genügend Stabilität verhelfen. Speziell die Verschraubungen der Beinklemmen sollten regelmäßig nachjustiert werden. Dazu öffnest du jede einzelne Klemme, dann lässt sich die Schraubenmutter des Klemmhebels mit geringem Kraftaufwand zudrehen. Für diese Schraubenmutter benötigt man meist einen dünnen 8mm Steckschlüssel (oder eine entsprechende Stecknuss). Der Klemmhebel soll sich dann aber immer noch ohne übermäßigen Druck schließen lassen. Prüfe abschließend, ob das verriegelte Teleskop-Bein wirklich fest hält. Manches Mal genügt schon ein starker Temperaturwechsel, der an diesen Verschraubungen ein Nachjustieren notwendig macht. Beim Nachziehen der Schrauben sollst du aber auf jeden Fall mit Bedacht und Gefühl arbeiten. Zu starker Krafteinsatz ist speziell bei Alustativen gefährlich, weil leicht Rohre verformt und Schrauben überdreht werden können.

2 Vermeide den Auszug der Mittelsäule

Beim Stativ die Mittelsäule möglichst nicht ausfahren -Schärfere Fotos: 10 Tipps für optimale Stabilität eines Dreibein-Stativs

Benötigt man beim Aufbau des Stativs eine etwas größere Höhe, so wäre natürlich das Ausfahren der Mittelsäule wesentlich schneller und bequemer, als alle drei Stativbeine zu verlängern. Aber gerade die ausgefahrene Mittelsäule verwandelt selbst teure Stative in einen Wackelpudding. Die Führung der Mittelsäule ist bei den meisten Stativen einfach zu schmal, um genügend Stabilität für das einzelne Rohr zu bieten. Da hilft selbst kräftiges Zuschrauben der Mittelsäulen-Arretierung nicht viel. Also besser die Stativ-Beine verlängern und die Mittelsäule ganz eingefahren lassen.

3 Teleskop-Beine am besten gar nicht ausfahren

Teleskop-Beine am besten gar nicht ausfahren-Schärfere Fotos: 10 Tipps für optimale Stabilität eines Dreibein-Stativs

Teleskop-Beine am besten gar nicht ausfahren

Je kürzer das Stativ, umso stabiler ist es. Wenn es die Aufnahme-Situation erlaubt, lasse die Teleskop-Beine eingefahren und geh notfalls für die Einstellungen an der Kamera in die Hocke. Trotzdem sollen natürlich alle Bein-Klemmen fest geschlossen sein. Falls sich bei deinem Stativ der Anstellwinkel der Beine ändern lässt, kannst du bei der kurzen Stativhöhe zusätzlich einen flacheren Winkel (aber maximal 45 Grad) wählen, um die von den Stativ-Beinen gebildete Standfläche zu vergrößern.

4 Zuerst die oberen dickeren Beine ausfahren

Zuerst die oberen, dicken (Telesko- Stativ-Beine ausfahren ) - Schärfere Fotos: 10 Tipps für optimale Stabilität eines Dreibein-Stativs

Zuerst die oberen, dicken (Telesko- Stativ-Beine ausfahren )

Benötigst du für deine Aufnahmen eine größere Stativhöhe, dann fahre zuerst immer die oberen, dickeren Rohre aus. Je dünner die (Teil-)Beine, umso instabiler sind sie.

5 Das Stativ immer gerade ausrichten

Das Stativ immer gerade ausrichten - Schärfere Fotos: 10 Tipps für optimale Stabilität eines Dreibein-Stativs

Das Stativ immer gerade ausrichten

Auf unebenem Gelände verwendest du am besten die in manchen Stativen eingebaute Wasserwaage oder besorgst dir eine auf dem Blitzschuh aufsteckbare Nivellierhilfe, um das Stativ wirklich gerade auszurichten. Was für Panoramaaufnahmen notwendig ist, hilft auch bei anderen Stativaufnahmen für mehr Stabilität, weil sich dann das Gewicht auf alle drei Beine gleichmäßig verteilt.

6 Zusätzliches Gewicht im Zentrum schafft mehr Stabilität

Eine Hantelscheibe, ein 6er-Pack mit vollen Wasserflaschen oder die Kameratasche mit der restlichen Ausrüstung – es gibt viele „Beschwerungsmöglichkeiten“, die zusätzlich dein Stativ stabilisieren. Bei einer einfachen Mittelsäule kannst du zur Befestigung des zusätzlichen Gewichts ein kleines Loch bohren, in das du dann bei Bedarf einen Metallhaken einhängst. Sonst dienen auch Riemen oder kräftige Schnüre um die Mittelsäule verknotet zur Befestigung von Zusatzgewichten.

7 Auf einen festen und ruhigen Untergrund achten

Nicht jeder Untergrund ist wirklich stabil. Fußböden und Stiegen in Häusern schwingen, wenn man darauf geht, weshalb man sich bei der Aufnahme nicht bewegen soll. Brücken und sogar Straßenteile können sich im Zentimeterbereich bewegen, wenn schwere Lastwagen, Straßenbahn oder Zug vorbeifahren. Wenn es die Aufnahmesituation zulässt, kannst du dort vorausschauend auf einen ruhigen Auslösemoment abwarten.

8 Starker Wind

Bei viel Wind am Aufnahmeort ist es meist am besten, die Fotoarbeiten für scharfe Bilder lieber auf einen windstillen Tag zu verschieben. Speziell auf Aussichtstürmen, die sich meist sehr gut für Panoramaaufnahmen eignen, herrschen oft widrigste Windverhältnisse, die mitunter sogar den Turm leicht schwanken lassen. Alternativ kannst du dich nach einem windgeschützten Platz umsehen, was aber speziell im verbauten Gebieten schwierig ist, weil dort die Winde wegen der zahlreichen Verwirbelungen oft die Richtung wechseln.

9 Fernauslöser oder Selbstauslöser verwenden

Fernauslöser verwenden - Schärfere Fotos: 10 Tipps für optimale Stabilität eines Dreibein-Stativs

Fernauslöser verwenden

Alle Bemühungen um ein stabiles Stativ sind erfolglos, wenn du direkt den Auslöser auf der Kamera betätigst. Die dabei entstehenden Vibrationen verhindern wirklich scharfe Fotos. Bei zeitunkritischen Aufnahmen genügt der Selbstauslöser, eine Fernauslösung benötigt entsprechendes Zubehör. Wichtig ist auch, dass du bei der Auslösung und während der Belichtung ruhig stehen bleibst. Deine unbedachten Schritte können schließlich auch Vibrationen erzeugen, die sich durch das Stativ auf die Kamera übertragen. Auf jeden Fall verhinderst du dadurch ein unabsichtliches Anstoßen am Stativ während der Belichtung.

10 Einstellungen an der Kamera

Für das letzte Quäntchen Schärfe sorgen spezielle Einstellungen an der Kamera:

  1. Spiegelvorauslösung aktivieren: Der Spiegelschlag bei der Auslösung verursacht trotz Dämpfungsmaßnahmen der Kamerahersteller leichte Vibrationen im Gehäuse – eine mögliche Ursache für leichte Unschärfe in den Aufnahmen. Warte mindestens zwei Sekunden nach der Spiegelvorauslösung, bis du zur Belichtung ein zweites Mal auf den Fernauslöser drückst. Alternativ kannst du bei vielen Kameras durch die Aktivierung der LiveView überhaupt verhindern, dass der Spiegel zwischen den Aufnahmen in seine Ruhestellung zurückschwingt. Leider erhöht sich dadurch der Batterieverbrauch der Kamera beträchtlich.
  2. Bildstabilisator abschalten: Manche Systeme sind bei ruhiger Kamera trotzdem leicht in Bewegung und können auch durch plötzliche Lichtwechsel (Blitz) irritiert werden.

Fazit

Wenn auch Adobe seit dem letzten Photoshop-Update mit einem Werkzeug zur Korrektur von Bewegungsunschärfe aufwartet – eine perfekte Schärfe bei der Aufnahme wird trotzdem durch keine Software zu ersetzen sein. Und dazu hilft kaum ein Mittel so gut wie ein stabiles Stativ.

Focus Stacking Special 4: Freeware CombineZP für Aufnahmeserien zur Erweiterung der Schärfentiefe

Das frei erhältliche Programm „CombineZP“ war für mich die große Überraschung beim Test von Software zur Generierung von Bildern aus Focus Stacking Aufnahmeserien. In manchen Fällen lieferte es das beste Ergebnis, wobei man unter verschiedenen Berechnungsmethoden auswählen kann – das alles zum Nulltarif.

CombineZP

focus-stacking-combinezp-screenshot-620

Das frei erhältliche Programm „CombineZP“ war für mich die große Überraschung beim Test von Software zur Generierung von Bildern aus Focus Stacking Aufnahmeserien. In manchen Fällen lieferte es das beste Ergebnis, wobei man unter verschiedenen Berechnungsmethoden auswählen kann – das alles zum Nulltarif.

Auch wenn die letzte Version aus dem Jahre 2010 stammt und die Bedienung etwas altbacken wirkt – bei den Ergebnissen und auch bei der Verarbeitungsgeschwindigkeit liegt CombineZP im Spitzenfeld. Wobei es für Tüftler die zusätzliche Möglichkeit gibt, eigene Programmierungen für den Verarbeitungsablauf zu erstellen und im Programm als Macro-Script zu speichern.

Arbeitsablauf CombineZP

Die Erstellung eines Multifokus-Bildes aus einer Aufnahmeserie ist mit CombineZP einfach zu bewerkstelligen:

focus-stacking-combinezp-screenshot-arbeitsschritte-620
  1. Unter NEW werden die benötigten Fotos ausgewählt.
  2. Nun die gewünschte Berechnungsmethode auswählen, wobei die Option All Methods alle Ergebnisse der einzelnen Erstellungsarten getrennt als JPG-Bilder im selben Ordner wie die Quell-Dateien in einem neuen Unterordner output abspeichert.
  3. Mit einem Klick auf GO starten die Berechnungsvorgänge.

Als Bildquellen erlaubt CombineZP die gängigen Formate (allerdings keine RAW-Dateien), wobei ich aus Qualitätsgründen immer TIF-Fotos verwendete. Dazu habe ich zuerst meine RAW-Dateien einer Aufnahmeserie synchron entwickelt und als TIF gespeichert.

Bild-Ergebnisse von CombineZP

Ähnlich wie Photoshop und Helicon Focus Pro hat auch CombineZP Schwierigkeiten mit der richtigen Kantentrennung bei starken Kontrasten. Bei der Berechnung meiner Testserie mit dem Motiv „Lineal und kleine Figuren“ (Titelfoto im Beitrag: Mit Photoshop Focus-Stacking Aufnahmeserien zusammenfügen) lieferte CombineZP allerdings das beste Ergebnis. Aber wie meine zahlreichen anderen Testserien zeigten, hat sich kein Programm als Universaltalent herausgestellt. Die Ergebnisse variierten je nach Motiv, aber Fehlberechnungen in kleinen Bildteilen passierten bei jeder getesteten Software. Manuelles Retuschieren ist also bei komplexen Aufnahmen mit sich überlagernden Motiven immer notwendig.

focus-stacking-combinezp-berechnungsfehler-620

CombineZP Download und Info

Website CombineZP mit Downloadlink:
hadleyweb.pwp.blueyonder.co.uk/CZP/News.htm

Hilfe-Datei für CombineZP in Deutsch:
http:\\hadleyweb.pwp.blueyonder.co.uk\German_CZPHelp.zip
(Die Datei downloaden, entpacken und einfach in das Installationsverzeichnis von CombineZP verschieben. Dabei wird die englische Hilfe-Datei überschrieben.)

Yahoo Group CombineZP:
tech.groups.yahoo.com/group/combinez

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Focus Stacking Special 3: Helicon Focus Pro für Aufnahmeserien zur Erweiterung der Schärfentiefe

Helicon Focus Pro

Focus Stacking Screenshot: Helicon Focus Pro - Verarbeitung einer Aufnahmeserie mit veränderten Fokus-Einstellungen zur Erweiterung der Schärfentiefe

Bei vielen professionellen Fotografen gilt Helicon Focus Pro als das derzeit beste Tool für die Verarbeitung von „Focus Stacking“ Aufnahmeserien. Das Programm ist einfach zu bedienen und bietet drei verschiedene Berechnungsmethoden zur Überblendung der Teilfotos. Zusätzlich können die Parameter für Radius und Glättung verändert werden, wobei bei feinen Details der Radius kleiner gestellt werden soll. Bilden sich Artefakte bei den Übergangsbereichen, können diese durch eine Erhöhung des Wertes für Glätten behoben werden.

Mit EUR 140,- für eine unbeschränkte Lizenz ist Helicon Focus Pro nicht gerade ein Schnäppchen, bietet allerdings verglichen mit Konkurrenzprodukten zwei besondere Ausstattungsmerkmale:

1. Retusche in Helicon Focus Pro:

Focus Stacking Screenshot: Helicon Focus Pro - Retusche des Ergebnisses einer Aufnahmeserie mit veränderten Fokus-Einstellungen zur Erweiterung der Schärfentiefe

In Helicon Focus Pro lassen sich Details aus den einzelnen Teilbildern mit dem Retusche-Werkzeug Ursprung kopieren wieder sichtbar machen. Dadurch können kleine Berechnungsfehler rasch und effizient behoben werden, weil vor allem die Auswahl der zur Korrektur notwendigen Teilbilder sehr gut gelöst wurde. Zusätzlich ist mit Klonen auch eine brauchbare Version des klassischen Kopierstempel-Werkzeugs verfügbar.

2. Zusatzmodul Helicon Remote

focus-stacking-helicon-remote-620-3

Bei Helicon Focus Pro ist die tolle Tethering-Software Helicon Remote inkludiert. Wenn deine Kamera mit der Software kompatibel ist (leider nur Canon und Nikon DSLR-Kameras mit „Live-View“. Komplette Liste unter heliconsoft.com/heliconsoft-products/helicon-remote/ ), lassen sich mit diesem Programm automatisch alle notwendigen Teilfotos einer „Focus Stacking“ Aufnahmeserie erstellen, wobei der Fokus ohne manuelles Zutun bei jeder Aufnahme programmgesteuert verändert wird. Das funktionierte bei unserer Canon 450D sogar mit Spiegelvorauslösung. Dazu muss dieses Feature allerdings vor der Verbindung mit dem PC aktiviert werden. Die benötigten Aufnahmen können automatisch vom Programm berechnet werden. Zusätzlich lässt sich eine Aufnahmeserie auch mit unterschiedlich belichteten Teilaufnahmen für eine HDR-Berechnung ergänzen.

Bild-Ergebnisse von Helicon Focus Pro

Wie schon bei Photoshop waren die berechneten Bilder nicht immer fehlerfrei, immerhin waren die Ergebnisse von Helicon Focus Pro fast immer besser als bei Photoshop. Bei Fehlern kann vor allem eine Änderung der einstellbaren Berechnungsarten Methode A (g. Durchschnitt), Methode B (Tiefenkarte) oder Methode C (Pyramide) zu Verbesserungen führen, die zusätzlichen Parameter helfen manches Mal bei der Feineinstellung.

focus-stacking-helicon-focus-pro-bildfehler-620-4
Bestes Bildergebnis von Helicon Focus Pro – aber noch nicht retuschiert

Möchte man als Quelle RAW-Bilder verwenden, die schon vorher in einem anderen Programm entwickelt wurden, empfiehlt sich eine Umwandlung ins DNG-Format von Adobe. Zusätzlich muss die Verwendung dieses Konverters in Helicon Focus Pro aktiviert werden. RAW-Entwicklungen von anderer Software werden leider nicht immer richtig erkannt.

Das Remote-Modul von Helicon Soft bietet eine wesentliche Erleichterung bei der Erstellung von „Focus Stacking“ Aufnahmeserien. Wobei auch Schrittmotor-Antriebe für Makroschlitten angesteuert werden können. Hier sind vielleicht auch noch Verbesserungen zu erwarten: Ideal wäre eine entsprechende Steuerung, die sowohl Makroschlitten-Antrieb als auch Fokus-Einstellung so ansteuert, dass bei den einzelnen Teilbildern keine Veränderung der Motivgröße am Fotosensor eintritt. Dann wären wahrscheinlich die Bildergebnisse gänzlich fehlerfrei.

Helicon Focus Pro ist in einer 30-tägigen Testversion erhältlich, dabei werden lediglich die Bildgrößen auf die Hälfte reduziert.

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„High-Speed“ – Schnappschüsse von ruhigen Motiven

High-Speed Schnappschuss Farn-620

Eigentlich wollte ich ein paar ruhige Fotos mit der Abendsonne machen, doch neben der Kamera hatte ich auch noch die Hundeleine mit unserem Shih Tzu Welpen in der Hand. Und Snoopy, so heißt unser Hund, war natürlich in großer Eile, nach drei Tagen Regenwetter wieder alle „Hunde-News“ auf unserer Standard-Route zu erschnüffeln.

highspeed-schnappschuss-der-antrieb-620

Übrig blieben in meinen Augen diese Schnappschüsse, auch wenn sich die Motive keinen Millimeter bewegten.

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Focus Stacking Special 2: Mit Photoshop Focus-Stacking Aufnahmeserien zusammenfügen

Mit „Focus Stacking“ lässt sich der Bereich der Schärfentiefe bei statischen Motiven beliebig erweitern. Nach den Tipps zur Aufnahmetechnik für solche Fotoserien im ersten Teil meines Focus Stacking Specials kommt jetzt Photoshop für das Zusammenfügen der Einzelbilder zum Einsatz.

Multifokus-Aufnahmeserien in Photoshop

Seit CS4 beherrscht Photoshop das „Focus Stacking“ und schlägt sich gar nicht schlecht. Und für Photoshop Freaks ist auch eine nachträgliche Korrektur des Ergebnisses eine bekannte Prozedur, weil alle Bilder als Ebenen mit bearbeitbaren Masken übereinander liegen. Bei einer großen Zahl von Fotos wird allerdings die Retusche zur Sisyphusarbeit, weil es dann sehr schwierig wird, die jeweils wirksame Ebene zu finden.

Die Erstellung ist relativ einfach, werden viele Bilder geladen, dauerte allerdings die Bearbeitung bei Photoshop CS 5 noch sehr lange. In der Version CS6 laufen beide Arbeitsschritte (Ausrichten und Überblenden) spürbar schneller.

Focus Stacking Special 2 Photoshop Aufnahmeserien zusammenfügen - die einzelnen Fotos mit verschiedenem Schärfentiefe-Bereich

Tipp:

Bevor du mit der Überlagerung in Photoshop beginnst, ist eine Synchronisation der einzelnen „RAW“ – Fotos zu empfehlen. Lade deine Bilderserie in Adobe Bridge und öffne ein beliebiges Musterfoto der Bildserie mit Camera Raw (Rechte Maustaste auf eine Miniaturansicht: In Camera Raw öffnen). Jetzt kannst du die Entwicklungseinstellungen optimieren. Beende das eine Bild mit Fertig.

Nun öffnest du alle Fotos in Bridge mit Camera Raw. Dort klickst du auf Alles auswählen und anschließend Synchronisieren…. So werden deine Einstellungen auf alle Einzelfotos deiner Bildserie angewendet.

3 Schritte zur ersten Erstellung eines Multifokus-Bildes in Photoshop

1 Bilder aus Bridge in Photoshop als Ebenen laden

Um die Berechnung zu starten, müssen zuerst alle Fotos der Aufnahmeserie in Photoshop als einzelne Ebenen geladen werden. Hier hilft Bridge, wo man die gewünschten Fotos markiert und dann über Werkzeuge > Photoshop > Dateien in Photoshop Ebenen laden… diesen Schritt automatisch erledigen lassen kann.

Focus Stacking Special 2 Photoshop Aufnahmeserien zusammenfügen - einzelne Fotos als Ebenen in Photoshop laden

2 Fotos automatisch ausrichten

Nun müssen alle Fotos deckungsgleich ausgerichtet werden. Dazu in Photoshop alle (Einzelfoto-)Ebenen markieren und in der Menüleiste oben auf Bearbeiten > Ebenen automatisch ausrichten… klicken.

Focus Stacking Special 2 Photoshop Aufnahmeserien zusammenfügen - Ebenen in Photoshop automatisch ausrichten

Im folgenden Dialog-Fenster „Ebenen automatisch ausrichten“ wählst du den meist standardmäßig aktivierten Button Auto.

Focus Stacking Special 2 Photoshop Aufnahmeserien zusammenfügen - Ebenen in Photoshop automatisch ausrichten - Wählen Auto für Projektion

3 Ebenen automatisch überblenden

Der finale Schritt erfolgt nun über Bearbeiten > Ebenen automatisch überblenden….

Focus Stacking Special 2 Photoshop Aufnahmeserien zusammenfügen - Ebenen in Photoshop automatisch überblenden

Im folgenden Dialogfenster „Ebenen automatisch überblenden“ wählst du Bilder stapeln und Nahtlose Töne und Farben.

Focus Stacking Special 2 Photoshop Aufnahmeserien zusammenfügen - Ebenen in Photoshop automatisch überblenden - Bilder stapeln mit Nahtlose Töne und Farben

Nach einiger Bearbeitungszeit präsentiert dir nun Photoshop das berechnete Bild mit dem erweiterten Schärfentiefe-Bereich. Jetzt kannst du versuchen, eventuelle Bildfehler durch die Bearbeitung der einzelnen Ebenen-Masken zu korrigieren. Aber wie bereits erwähnt, können diese Retuschen bei vielen Einzelebenen zur Sisyphusarbeit ausarten. FERTIG!

Ergebnis Focus Stacking mit Photoshop CS6

Focus Stacking Special 2 Photoshop Aufnahmeserien zusammenfügen - Ergebnis

Die Ergebnisse sind meist halbwegs fehlerfrei, wobei speziell die äußeren Bildränder leider manches Mal nicht zu gebrauchen sind. Darum nochmals mein Tipp aus Teil 1: Bei den Aufnahmen lieber etwas mehr Freiraum um das Motiv lassen, der dann später weggeschnitten wird.

Bei meiner Bildserie leisteten sich fast alle Software-Lösungen fehlerhafte Überblendungen, da darf natürlich auch Photoshop nicht fehlen:

Focus Stacking Special 2 Photoshop Aufnahmeserien zusammenfügen - Ergebnis Detail mit Fehler

Adobe Photoshop CC ist in einer 30-tägigen Testversion erhältlich, dabei wird lediglich die kostenlose Erstellung einer Adobe-ID benötigt. Bei der Software gibt es während der Testphase keine Beschränkungen. Download-Link

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Focus Stacking Special 1: Aufnahmetechnik für Fotoserien zur Erweiterung der Schärfentiefe

Durch eine spezielle Aufnahmetechnik und geeigneter Software lässt sich die Schärfentiefe bei Fotoaufnahmen beliebig erweitern. Dazu werden von einem Motiv mehrere Aufnahmen mit veränderter Schärfeeinstellung gemacht, die dann mit einer Stapel-Software zu einem Bild zusammengefügt werden. Und das Beste – eine Freeware-Lösung lieferte teilweise die besten Ergebnisse. Jedenfalls erweitert die Multifokus-Technik die Aufnahmemöglichkeiten nicht nur bei Nahaufnahmen und bietet zusätzlich Spielraum für kreative Foto-Experimente.

Focus Stacking Special 1: Aufnahmetechnik für Fotoserien zur Erweiterung der Schärfentiefe
Focus Stacking Special 1: Aufnahmetechnik für Fotoserien zur Erweiterung der Schärfentiefe - Raw FotoFocus Stacking Special 1: Aufnahmetechnik für Fotoserien zur Erweiterung der Schärfentiefe - Histogramm
  • Blende
  • Zeit
  • ISO
  • Brennweite
  • f / 8
  • 1 / 160 s
  • 100
  • 90 mm
  • [Canon EOS 5D]
  • [Tamron 90 Macro]
  • [Manfrotto 055XPROB]
  • [Fernauslöser Canon RS-80N3]

Bei Nahaufnahmen reduziert sich der Bereich der Schärfentiefe optisch bedingt auf nur wenige Millimeter. Doch durch eine spezielle Aufnahmetechnik und geeigneter Software lässt sich die Schärfentiefe in vielen Fällen beliebig erweitern. Dazu werden von einem Motiv mehrere Aufnahmen mit veränderter Schärfeeinstellung gemacht, die dann mit einer Stapel-Software zu einem Bild zusammengefügt werden. Und das Beste – eine Freeware-Lösung lieferte teilweise die besten Ergebnisse. Jedenfalls erweitert die Multifokus-Technik die Aufnahmemöglichkeiten nicht nur bei Nahaufnahmen und bietet zusätzlich Spielraum für kreative Foto-Experimente.

Übrigens, im Englischen heißt diese Aufnahmetechnik „Focus stacking“ oder „Deep Focus Fusion (DFF)“, die Mehrfach-Aufnahmetechnik generell nennt sich „Multishooting”.

Pro und Kontra Multifokus-Aufnahmetechnik

Pro

  • Man kann den idealen Blendenwert einstellen, bei dem das jeweilige Objektiv die beste Abbildungsqualität besitzt (meinst im Bereich f / 5,6 bis f / 8).
  • Durch die Einschränkung auf nur eine Teilmenge der Stapelaufnahmen lässt sich noch im Nachhinein der Schärfebereich nach Belieben eingrenzen.
  • Es können mehrere scharfe Ebenen mit unscharfen Bereichen dazwischen erzeugt werden. Der Kreativität sind durch gezielte Auswahl der einzelnen Fotos vor dem Stapelprozess keine Grenzen gesetzt.

Kontra – Einschränkungen bei Multifokus-Aufnahmen

  • Für die Reihenaufnahmen ist unbedingt ein Stativ notwendig. Wird keine Blitzanlage verwendet, empfiehlt sich auch die Verwendung der Spiegelvorauslösung, um mögliche Bewegungsunschärfen zu vermeiden.
  • Das Motiv sollte sich nicht bewegen, wodurch draußen in der Natur der Wind ein Problem sein kann. Zwar sind manche Softwarelösungen durchaus in der Lage, Bewegungsunschärfen automatisch zu korrigieren. Doch meist ist mühselige manuelle Retusche notwendig, um unerwünschte Fehler auf dem Foto zu beseitigen.
  • Anders als bei HDR-Reihenaufnahmen ändert sich durch das Verändern des Fokus optisch bedingt die Größe des abgebildeten Objekts. Dadurch entstehen mitunter unschöne „Geisterränder“ an kontrastreichen Kanten, die nur schwer zu retuschieren sind.
multifokus-foto-stapel-multishooting-mit-zwischenstufen-ergebnis-combinezp-620
multifokus-foto-stapel-multishooting-mit-zwischenstufen-ergebnis-combinezp-rawmultifokus-foto-stapel-multishooting-mit-zwischenstufen-ergebnis-combinezp-histogram
  • Blende
  • Zeit
  • ISO
  • Brennweite
  • f / 18
  • 1 / 160 s
  • 100
  • 90 mm
  • [Canon EOS 5D]
  • [Tamron 90 Macro]
  • [Manfrotto 055XPROB]
  • [Fernauslöser Canon RS-80N3]

Aufnahme-Technik

Für die Multifokus-Stapelaufnahmen benötigst du:

  • Kamera mit manuellem Fokus und manueller Belichtungseinstellung
  • Fernauslöser
  • 3-Bein Stativ
  • Bei Nahaufnahmen entsprechendes Makro-Objektiv, Nahfilter, Zwischenringe oder Balgenauszug

Motiv-Auswahl

Für die Aufnahmen sollten keine Bewegungen im Motiv stattfinden (Wind) und stabile Lichtverhältnisse vorherrschen. Das beste Ergebnis liefern Objekte vor einem einfärbigen Hintergrund.

Kamera-Einstellungen für die Multifokus-Aufnahmeserie

kamera-einstellungen-multifokus-aufnahme-serie-620-1-4
  1. Bildausschnitt: Fixiere deine Kamera am Stativ und stelle den gewünschten Bildausschnitt ein. Fokussiere dabei auf den nächsten Punkt, weil bei dieser Nahbereich-Einstellung das Motiv am größten dargestellt wird. Achte darauf, dass rund um das Motiv noch reichlich Freiraum bleibt. Bei der Überlagerung der Bilder kann es speziell in den Randbereichen zu Bildfehlern kommen.
  2. Bildformat: Wähle „RAW“ für das Aufnahmeformat deiner Kamera. Dadurch kannst du auch nach den Aufnahmen noch Belichtungsfehler korrigieren und alle Bilder synchronisieren. Sollte dies nicht möglich sein, wähle das TIF-Format und stelle den Weißabgleich weg von „Automatisch“ auf einen fixen Wert (je nach Licht auf Blitz oder Tageslicht).
  3. Belichtung: Ermittle die notwendigen Belichtungseinstellungen entweder über den eingebauten Belichtungsmesser oder durch Testaufnahmen. Dann stellst du die Werte im manuellen Belichtungsmodus auf deiner Kamera ein. Dadurch werden Helligkeitsunterschiede bei einzelnen Fotos deiner Aufnahmeserie verhindert.
  4. Spiegelvorauslösung: Falls du bei Tageslicht fotografierst und längere Belichtungszeiten als 1/30s benötigst, empfehle ich, zusätzlich die Spiegelvorauslösung zu aktivieren.
  5. Bildstabilisierung: Unbedingt abschalten, schließlich befindet sich die Kamera ohnedies auf dem Stativ. In Zusammenhang mit Blitzlicht kann der Bildstabilisator sogar das Ergebnis verschlechtern.
  6. Fokussierung: Schalte den Autofokus ab und stelle manuell auf den nächsten Punkt scharf.
  7. Jetzt kannst du deine Aufnahmeserie beginnen. Vor jedem Foto bewegst du manuell den Fokus-Einstellring ein kleines Stück Richtung „unendlich“. Solltest du allerdings mit einem Balgenschlitten arbeiten, verkürzt du jedes Mal die Länge des Balgenauszugs.
  8. Falls noch Zeit bleibt, solltest du zusätzliche Serien mit verändertem Blickwinkel erstellen. Leichte Veränderungen können später bei den Software-Verarbeitungen zu besseren Ergebnissen führen.
kamera-einstellungen-multifokus-aufnahme-serie-620-5-7

Tipp: Ideal zur Kontrolle der jeweiligen Schärfebereiche ist ein angeschlossener Laptop, der über „Tethering“ mit der Kamera verbunden ist. So kannst du bei jeder Aufnahme optimal kontrollieren, ob sich die Schärfetiefenbereiche genügend weit überlappen. Zur Sicherheit solltest du jedenfalls die Fokus-Einstellung zwischen den Aufnahmen nur wenig ändern. Bei der Verarbeitung kannst du überflüssige Aufnahmen noch immer entfernen, fehlende Schärfebereiche wirken sich hingegen negativ auf das Endergebnis aus.

Im nächsten Teil meines Multifokus-Specials stelle ich verschiedene Software-Lösungen für die Montage der Aufnahme-Serien vor.

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Wie fotografiert man: Silvester-Feuerwerke

Feuerwerke sind dankbare Fotomotive, die je nach Aufnahmetechnik Momente festhalten, welche mit freiem Auge so nicht erfasst werden können. Speziell bei Langzeitbelichtungen zaubern die Leuchtspuren großartige abstrakte Gebilde in den nächtlichen Himmel, die für faszinierende Fotos mit fröhlicher Stimmung sorgen.

Silvester Feuerwerk Fotografieren
silvester-feuerwerk-new-years-eve-fireworks-photo-foto3-rawsilvester-feuerwerk-new-years-eve-fireworks-photo-foto3-histogram
  • Blende
  • Zeit
  • ISO
  • Brennweite
  • f / 16
  • 20 s
  • 100
  • 100 mm
  • [Canon EOS 5D]
  • [Sigma 100-300]
  • [Manfrotto 055XPROB]
  • [Fernauslöser Canon RS-80N3]

Feuerwerke sind dankbare Fotomotive, die je nach Aufnahmetechnik Momente festhalten, welche mit freiem Auge so nicht erfasst werden können. Speziell bei Langzeitbelichtungen zaubern die Leuchtspuren großartige abstrakte Gebilde in den nächtlichen Himmel, die für faszinierende Fotos mit fröhlicher Stimmung sorgen.

Die bunten Blitze tauchen Stadtpanoramen, Gebäude und Parks in ein außergewöhnliches Licht, das eine Aufnahme zusätzlich bereichern kann. Und weil zu Silvester unzählige Feuerwerkskörper an vielen Plätzen abgeschossen werden, kann man unter zahlreichen Standpunkten wählen, um eine geeignete Kulisse für Fotos mit Feuerwerken zu finden. Somit ist der Jahreswechsel eine ideale Gelegenheit, mit guter Vorbereitung und etwas Glück begeisternde Aufnahmen mit Feuerwerken in ihrer vollen Pracht zu erhalten.

Silvester Feuerwerk Fotografieren
silvester-feuerwerk-new-years-eve-fireworks-photo-foto1-rawsilvester-feuerwerk-new-years-eve-fireworks-photo-foto1-histogram
  • Blende
  • Zeit
  • ISO
  • Brennweite
  • f / 16
  • 20 s
  • 100
  • 100 mm
  • [Canon EOS 5D]
  • [Sigma 100-300]
  • [Manfrotto 055XPROB]
  • [Fernauslöser Canon RS-80N3]

Foto-Ausrüstung

  • Kamera mit langen Verschlusszeiten (mindestens 10 Sekunden) oder „Bulb“.
  • Objektiv: Brennweite je nach Entfernung zu den Feuerwerken von Weitwinkel bis Telebereich. Jedenfalls sollte ein großer Teil des Nachthimmels erfasst werden.
  • Dreibein-Stativ (eine Übersicht bei Amazonstat)
  • Kabel- oder Funkauslöser
  • Taschenlampe
  • Warme Kleidung

Aufnahme-Standort

  • Freie Sicht in den Himmel.
  • Keine Beleuchtungskörper in unmittelbarer Nähe.
  • Menschenansammlungen können störend sein, lassen sich aber bei einem erhöhten Standort gut ins Foto einbinden.

Deinen Aufnahme-Standort solltest du schon Tage vor Silvester gefunden haben, ein paar Nacht-Probeschüsse ermöglichen eine gute Beurteilung der Location. Bedenke allerdings, dass an guten Aussichtsplätzen zu Silvester viele Hobby-Feuerwerker auftauchen können, die dann deine Aufnahmen stören können.

Eine Viertelstunde vor Mitternacht solltest du schon auf deinem Standort sein und nochmals einige Probeschüsse am Kamera-Display begutachten. Dies dient in erster Linie zur optimalen Belichtungseinstellung. Gut belichtet sollten die Fotos auch die Landschaft und Häuser zeigen – Feuerwerke am schwarzen Nachthimmel schafft jeder. Erst durch die Einbeziehung von Häusern, Bäumen, Brücken wird die enorme Größe von Feuerwerken wirkungsvoll dargestellt.

Das i-Tüpfelchen bilden dann Reflexionen der Feuerwerke an Glasfronten, nassen Straßen und natürlich an jeder Art von Gewässern. Dazu positioniert man die Kamera möglichst tief, um den Raumeindruck zu verstärken.

Silvester Feuerwerk fotografieren
silvester-feuerwerk-new-years-eve-fireworks-photo-foto2-rawsilvester-feuerwerk-new-years-eve-fireworks-photo-foto2-histogramm
  • Blende
  • Zeit
  • ISO
  • Brennweite
  • f / 13
  • 6 s
  • 100
  • 100 mm
  • [Canon EOS 5D]
  • [Sigma 100-300]
  • [Manfrotto 055XPROB]
  • [Fernauslöser Canon RS-80N3]

Kamera-Einstellungen

  • Blende: Speziell bei Großfeuerwerken ist eine kleine Blende von f/11 bis f/22 empfehlenswert, weil sonst die hellen Feuerwerk-Blitze überbelichtet werden und so ihre Farben verblassen. Die Blende entscheidet, wie hell das Feuerwerk am Foto erscheint.
  • Verschlusszeit: Entscheidend, wie hell beleuchtete Gebäude abgebildet werden. Sie lässt sich schon gut mit Probeaufnahmen vor den ersten Feuerwerken ermitteln.
  • ISO-Wert: So klein wie möglich (meist 100), weil bei höheren Empfindlichkeiten in den dunklen Bereichen des Himmels schnell ein Rauschen sichtbar werden kann.
  • Autofokus ausschalten und bei nahen Objekten ein Weitwinkelobjektiv mit kleiner Blende verwenden. Die Feuerwerke benötigen meist den Fokus auf „Unendlich“.
  • Auf den Weißabgleich kann man getrost verzichten, er wird nie exakt zu bestimmen sein. Nur im RAW-Format aufgenommene Fotos lassen sich manuell bei der Entwicklung entsprechend dem eigenen Geschmack korrigieren.
  • Bildstabilisator ausschalten, er kann durch die schnellen Raketen irritiert werden. Generell funktionieren manche Systeme zum Schutz vor Verwacklungen bei der Verwendung eines Stativs nicht richtig.

Tipps

  • Lange Belichtungszeiten benötigen viel Akkuleistung. Daher auf geladene Akkus achten und bei Kälte möglichst lange getrennt am Körper tragen – Akkus verlieren bei Minusgraden schnell ihre Leistung.
  • In der Dunkelheit wirkt das Kamera-Display sehr hell, daher hält man unterbelichtete Fotos für ausreichend belichtet. Zur Sicherheit checkst du am besten zusätzlich das Histogramm.

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Blitzauslösung de Luxe – mit Funk

Funk-Blitzauslöser sind heute Standard in Fotostudios. Doch auch für ambitionierte Hobby-Fotografien sind die Funk-Blitzauslöser erschwinglich.

Funk-Blitzauslösung
Elinchrom EL Skyport Funkauslöser für Blitzgeräte

Die drahtlose Blitz-Auslösung mit Funk hat sich in den meisten professionellen Fotostudios durchgesetzt und ist mittlerweile auch für den Hobby-Fotografen zu halbwegs erschwinglichen Preisen erhältlich.

Funk-Blitzauslöser gibt es bereits ab EUR 40,-, erst zusätzliche Komfort-Extras treiben den Preis in die Höhe. So erlaubt der „Elinchrom EL Skyport“ Funkauslöser (siehe Foto) bei den hauseigenen „Elinchrom“-Studioblitzen die Einstellung der Blitzstärke bequem vom Kamera-Sender aus. Steuern lassen sich bis zu vier Kanäle getrennt oder gemeinsam, eine zusätzliche USB-Erweiterung erlaubt die Fernsteuerung der kompletten Blitzanlage über PC oder Laptop. Die Fernsteuerung der Blitzstärke entpuppt sich speziell bei hoch positionierten Blitzköpfen als unschätzbare Hilfe, bei Decken-Montage ist sie fast unverzichtbar. Einziger Nachteil: Die Funk-Auslöser benötigen aufgeladene Batterien, die natürlich immer zum unpassendsten Zeitpunkt leer werden. Ein zusätzlicher Akkusatz ist daher empfehlenswert.

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Elinchrom Funkempfänger für Fremdblitze mit Kabelanschluß

Von Elinchrom sind auch Empfangseinheiten für Fremdblitze erhältlich, wobei dann natürlich keine Leuchtstärke-Steuerung möglich ist. Auch diese einfache Blitz-Auslösung per Funk erleichtert die Fotoarbeiten wesentlich und ermöglichen rasche Standortwechsel von Kamera und Blitzgerät ohne störende Kabel. Und im Gegensatz zu Licht-Sensor Auslösern funktionieren Funksysteme auch im Freien unter hellem Sonnenlicht einwandfrei.

Plant man das Fotografieren mit Blitz in neuen, noch unbekannten Locations, empfiehlt sich trotzdem eine zusätzliche Ausrüstung mit Blitzkabeln. So passierte es mir in einem Geschäftslokal, dass wahrscheinlich wegen Störungen durch Industriefunk keine ferngesteuerte Auslösung der Blitzgeräte möglich war. Da selbst durch eine Änderung der Funkfrequenz die Blitze nicht ausgelöst wurden, half nur der alte „Kabelweg“.

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Blitz völlig losgelöst – mit Servo-Blitzauslöser

Ein Servo Blitzauslöser reagiert durch seine eingebaute Fotozelle auf einen ausgelösten Hauptblitz und zündet ohne Zeitverzögerung den aufgesetzten Zweitblitz. Ideal ist diese Methode bei allen Kameras, die weder einen Blitzschuh noch einen Blitzkabelanschluss („Synchronbuchse“) besitzen.

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Den Blitz ferngesteuert zünden – ohne Kabelsalat und ab nur 10 Euro

Ein Servo Blitzauslöser reagiert durch seine eingebaute Fotozelle auf einen ausgelösten Hauptblitz und zündet ohne Zeitverzögerung den aufgesetzten Zweitblitz. Ideal ist diese Methode bei allen Kameras, die weder einen Blitzschuh noch einen Blitzkabelanschluss („Synchronbuchse“) besitzen.

Leider ist diese Art von Blitzauslösung nicht für alle Anwendungsfälle geeignet. Abhängig von der eigenen Kamera, von der gewünschten Blitz-Anordnung und vom Aufnahmeort sind eventuell einige Schwierigkeiten zu bewältigen.

Nicht jeder Servo-Blitzauslöser funktioniert mit jeder Kamera

Für manche Kamerasysteme (so auch bei meiner Canon 5D) sind speziell abgestimmte Servo-Blitzauslöser mit einer „Vorblitz-Unterdrückung“ notwendig. Universelle Typen reagieren auf den ersten Blitz einer Kamera, der nicht immer für die tatsächliche Aufhellung des Fotos sorgt. Bei manchen Systemen werden über „Vorblitze“ TTL-Belichtungsmessungen durchgeführt und/oder rote Augen verhindert. Wird dann der tatsächliche „Foto-Blitz“ gezündet, hat der Zweitblitz schon längst (wenn auch nur Sekundenbruchteile vorher) sein Pulver verschossen und ist gerade beim Nachladen seines Zünd-Kondensators.

Ist für die eigene Kamera kein spezieller Servo-Blitzauslöser erhältlich, kann in manchen Fällen die Abschaltung aller Automatik-Funktionen des Kamera-Blitzes sowie der „Rote-Augen-Reduktion“ bewirken, dass kein Vorblitz gezündet wird und dadurch der Zweitblitz zum richtigen Zeitpunkt ausgelöst wird.

Schlechtes Ansprechen des Servo-Lichtsensors vor allem im Freien bei hellem Tageslicht.

Mitunter muss der Sensor sehr genau auf „seinen Auslöse-Blitz“ ausgerichtet werden. Will man im Freien bei starkem Sonnenschein eine Gegenlicht-Aufnahme ferngesteuert auslösen, verweigert der Servo Blitzauslöser oft seine Funktion, weil der Helligkeitsunterschied zwischen Tageslicht und Auslöser-Blitzlicht zu gering ist und dadurch der Lichtsensor des Servo-Blitzauslösers nicht anspricht.

Wer mit diesen Einschränkungen fotografieren kann, wird sich über die Vorteile des Servo-Blitzauslösers freuen: Billig, keine Kabel und keine Batterien, die leer sein könnten.

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Blitz völlig losgelöst – mit Blitzkabel

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Der erste Schritt zur kreativen Blitzlicht-Fotografie ist die technische Möglichkeit, ein oder mehrere Blitzgeräte unabhängig von der Kamera rund um das Aufnahme-Objekt zu platzieren. Will man „Herr des Lichtes“ werden, kann man getrost die Blitzlicht-Automatik abschalten. Dank des Kamera-Displays lassen sich notwendige Korrekturen sofort erkennen. Somit sind die teuren Blitz-Synchronisations-Kabel zur Übertragung aller Automatikfunktionen nicht notwendig. Die Lösung mit einem einfachen Blitzkabel reicht vollkommen.

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Je nach Kamera und Blitzgerät benötigt man nur die relativ preiswerten Blitzadapter. Verfügt die Kamera über einen Blitz-Synchronisations-Anschluss, lässt sich dort ein bis zu 20 Meter langes Blitzkabel anstecken. Leider verfügen die meisten Spiegelreflexkameras nur über einen Blitzschuh, durch die entsprechenden Adapter schafft man jedoch preiswert ein bis drei Blitzkabel-Anschlüsse. Fehlt nur noch ein weiterer Adapter für das Blitzgerät, denn die neueren Modelle haben nur in den seltensten Fällen einen entsprechenden Anschluss. Die Blitzgerät-Adapter verfügen dafür über ein Stativ-Gewinde, welches die stabile Positionierung des Blitzes mit einem Stativ ermöglicht. Nun noch ein möglichst langes Blitzkabel gekauft und schon hat man die Ausrüstung für sein erstes eigenes Fotostudio.

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Dass man bei dieser Blitz-Lösung die angeschlossenen Blitzgeräte nur im manuellen Modus verwenden kann, muss kein Nachteil sein. Schließlich gelingen viele interessante Foto-Stimmungen erst durch die gezielte Steuerung der Blitzstärke. Im Automatik-Betrieb reicht manches Mal ein minimales Verschwenken der Kamera, um die Stärke des Zweitblitzes unabsichtlich zu verändern.

Die Investitionen für eine Kabel-Blitzauslösung belasten kaum den Geldbeutel und sind auch bei einer späteren Aufrüstung seines eigenen Fotostudios eine willkommene Bereicherung der verfügbaren Lichtquellen. Und schließlich bieten Kamera-Blitzgeräte den großen Vorteil, dass man sie dank Akku-Stromversorgung auch im Freien ohne Stromanschluss verwenden kann.

So entstand auch das untere Foto mit einem über ein Blitzkabel verbundenen externen Blitz, um die Wassertropfen „einzufrieren“:

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